Krankenkassen im Vergleich - 1A-Krankenkassen

Techniker Krankenkasse

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TK: Pflege-Bilanz 2010: Gravierende Pflegefehler in jedem zehnten Heim


Pressemitteilung vom 9.6.2011
Die Pflege in Baden-Württemberg schneidet im bundesweiten Vergleich am besten ab. Sowohl bei der stationären Pflege (Gesamtnote 1,2) als auch im ambulanten Bereich (Gesamtnote 1,3) belegt Baden-Württemberg nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) den Spitzenplatz.


"Pflegebedürftige und Angehörige können in aller Regel auf gute Pflegequalität vertrauen. Bedenklich ist jedoch, dass in jedem zehnten Heim gravierende Pflegefehler festgestellt wurden", sagte Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg, heute in Stuttgart. Auch von Transparenz und Qualitätswettbewerb könne nach wie vor keine Rede sein. "Wir brauchen dringend ein Bewertungssystem, das die tatsächliche Pflegequalität in den Heimen widerspiegelt und für Pflegebedürftige sowie deren Angehörige leicht verständlich ist", betonte Vogt.



Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) Baden-Württemberg hat im vergangenen Jahr 384 ambulante Pflegedienste und 837 Pflegeheime im Südwesten überprüft. Bei den Prüfungen handelt es sich um die bislang größte Qualitätskontrolle der Pflege in Baden-Württemberg.



Hier ein Überblick über die wichtigsten Ergebnisse der MDK-Prüfungen:


Stationäre Pflege

Der Landesdurchschnitt für Baden-Württemberg liegt bei 1,2. Das ist im bundesweiten Vergleich der beste Wert. Danach folgen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit 1,3. Aus Baden-Württemberg gingen bislang rund 1.300 von insgesamt etwa 1.450 Pflegeheimen in die Bewertung ein.

Unter den 44 Stadt- und Landkreisen schneidet der Neckar-Odenwald-Kreis mit Durchschnitt 1,0 am besten ab.

Die Gesamtnoten allein sagen nur wenig aus. Bei einzelnen Bewertungskriterien zeigen sich deutliche Unterschiede. Am schlechtesten bewertet wurde die Dekubitus Glossar-Symbol-Prophylaxe (Schutz vor Wundliegen). Die Gesamtnote für Baden-Württemberg liegt hier bei 1,8. Allerdings haben 15 Prozent der Heime die Noten 4 oder 5 (ausreichend oder mangelhaft) erhalten.

Bei 151 Pflegebedürftigen in 97 Heimen haben die MDK-Experten Verdacht auf gravierende Pflegefehler festgestellt. Bei 131 Pflegepatienten in 91 Heimen hat sich dieser Verdacht nach Prüfung bestätigt. Gravierende Pflegefehler liegen dann vor, wenn durch die Pflege eine Gefahr für Leben, körperliche Unversehrtheit oder Freiheit droht.


Ambulante Pflege

Baden-Württemberg liegt im Ländervergleich mit einer Gesamtnote von 1,3 ebenfalls an erster Stelle vor Mecklenburg-Vorpommern (1,5) und dem Saarland (1,8). Aus Baden-Württemberg gingen bisher 406 von insgesamt rund 1.400 ambulanten Pflegediensten in die Bewertung ein.

83 Prozent der geprüften Pflegedienste führen regelmäßige Pflegevisiten durch. Dabei werden Pflegebedürftige und deren Angehörige befragt, wie sie mit der Pflege zufrieden sind. Zudem wird die Arbeit der Pflegekräfte begutachtet.

Eine regelmäßige Fortbildung findet nur bei 70 Prozent der Pflegedienste statt. Hier gibt es noch deutlichen Verbesserungsbedarf.

Stark steigend ist die Zahl der Pflegedienste, die pflegenden Angehörigen stundenweise Entlastung anbieten. Mittlerweile sind das über die Hälfte (53 Prozent).

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