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Medikamente für Senioren mit hohem RisikopotenzialPressemitteilung vom 3.3.2011
Senioren in Berlin und den neuen Bundesländern erhalten deutlich seltener potenziell risikobehaftete Medikamente als ihre Altersgenossen in den alten Bundesländern. Zu diesem Schluss kommt eine Datenerhebung der Techniker Krankenkasse (TK), die dafür rund 7,6 Millionen Arzneimittelverordnungen für nahezu 810.000 Versicherte über 65 Jahren ausgewertet hat. Danach fanden sich im ersten Halbjahr vergangenen Jahres im Bundesdurchschnitt 17 Prozent aller für diese Altersgruppe rezeptierten Medikamente auf der sogenannten Priscus-Liste wieder. Die wenigsten dort aufgeführten Medikamente erhielten die Senioren in Thüringen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Hier betrug die Quote jeweils rund 13 Prozent. Am anderen Ende der Skala lagen mit jeweils über 21 Prozent das Saarland und die Region Trier. Die 2010 im Auftrag des Bundesforschungsministeriums erstmals von Wissenschaftlern erstellte Priscus-Liste führt aktuell 83 Arzneimittelwirkstoffe auf, die für ältere Menschen nur eingeschränkt zu empfehlen sind und gefährliche Nebenwirkungen hervorrufen können. Zu den betroffenen Medikamenten gehören zum Beispiel Mittel gegen Bluthochdruck, Depressionen und Schmerzmittel. Neben den Risiken dieser Medikamente erläutert die Liste mögliche Therapiealternativen. Dr. Martina Köthemann, Apothekerin und Arzneimittelexpertin bei der TK. "Besonders Senioren sind anfällig für Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten. Ihre Organe arbeiten nicht mehr so schnell, Wirkstoffe können nicht mehr so gut aufgenommen beziehungsweise abgebaut werden. Mögliche Folgen sind zum Beispiel Sturzgefahr, Nierenschäden oder Magenblutungen." Um die Therapiesicherheit zu erhöhen, hat die TK ihren Arzneimittelkontoauszug TK-ViA jetzt um einen Service speziell für Senioren erweitert und einen Hinweis auf Medikamente aufgenommen, die bei älteren Menschen mögliche Neben- oder Wechselwirkungen hervorrufen können. Bestellt ein über 65 Jahre alter Versicherter jetzt TK-ViA und enthält seine Übersicht ein "Priscus-Medikament", wird die entsprechende Verordnungszeile fett hervorgehoben. Ein Begleitbrief informiert zum Thema. Bei Fragen können sich die Versicherten telefonisch an das TK-Ärztezentrum wenden. Dr. Martina Köthemann: "Mit dem neuen Service wollen wir informieren, nicht verunsichern. Patienten, die ein entsprechendes Medikament erhalten, sollen es auf keinen Fall eigenmächtig absetzen, sondern stattdessen die weitere Therapie mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.“
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