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Krankenhausinfektionen auf Intensivstationen gesunkenPressemitteilung vom 22.4.2010
In Sachsen-Anhalts Krankenhäusern zeigt die Anfang 2008 bundesweit gestartete "Aktion Saubere Hände" zur nachhaltigen Erhöhung der Händedesinfektion erste Erfolge. Eine Datenerhebung der Techniker Krankenkasse (TK) ergab: Die Anzahl der Patienten, die sich bei einer Behandlung auf Isolierstationen mit sogenannten Krankenhauskeimen infizierten, ist 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent gesunken. Damit weist Sachsen-Anhalt das beste Ergebnis aller Bundesländer auf. Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt stieg die Anzahl der Fälle um neun Prozent. Ganz anders sah es hingegen auf den regulären Stationen der sachsen-anhaltinischen Kliniken aus. Die Zahl der Behandlungen aufgrund sogenannter multiresistenter Erreger - die beispielsweise lebensgefährliche Entzündungen des Herzens, Hautinfektionen, Lungenentzündungen oder Blutvergiftungen auslösen können - stieg hier 2009 gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent. Der Bundesschnitt lag bei einem Plus von 12 Prozent. "Diese Zahlen belegen, dass dem Thema Krankenhaushygiene noch mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden muss. Umso bedauerlicher ist es, dass sich erst 14 der insgesamt 50 Krankenhäuser im Bundesland an der Aktion beteiligen", so Jens Hennicke, Leiter der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt. Nach Expertenschätzungen erkranken bundesweit jährlich eine halbe Million Menschen an Infektionen, die sie in der Klinik erworben haben, den sogenannten nosokomialen Infektionen. Allein für Sachsen-Anhalt ist damit von rund 15.000 Betroffenen pro Jahr auszugehen. Die konsequente Händedesinfektion ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um Infektionen vorzubeugen. Weltweite Studien belegen, dass im Krankenhaus lediglich in 30 bis 40 Prozent aller Fälle, bei denen eine Händedesinfektion angezeigt ist, diese auch durchgeführt wird. Hintergrund: Das Aktionsbündnis Patientensicherheit, die Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung e.V. und das Nationale Referenzzentrum für die Surveillance von nosokomialen Infektionen haben Anfang 2008 die "Aktion Saubere Hände" als Kampagne für deutsche Gesundheitseinrichtungen ins Leben gerufen. Sie bündelt Partner aus dem Gesundheitswesen (die TK ist Partner), Politik, und Gesellschaft, um die Thematik der Händedesinfektion und ihre Bedeutung in der Prävention von Krankenhausinfektionen in einem breiteren Kontext hervorzuheben. Darüber hinaus wird die Kampagne von einem wissenschaftlichen Beirat begleitet. Die "Aktion Saubere Hände" hat sich zum Ziel gesetzt, die Händedesinfektion als einen Schwerpunkt für mehr Qualität und Sicherheit in der Patientenversorgung in den Krankenhäusern in Deutschland zu etablieren. Der gefährlichste Erreger nosokomialer Infektionen wird MRSA abgekürzt. Der Begriff steht für den Bakterienstamm Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus. Viele Menschen tragen dieses Bakterium auf der Haut und in den oberen Atemwegen. Meistens löst es dort keine Krankheitssymptome aus. Ist jedoch das Immunsystem des Menschen geschwächt, kann sich der Keim ausbreiten und Hautinfektionen, lebensgefährliche Entzündungen des Herzens, Lungenentzündungen oder Blutvergiftungen auslösen. Dass die MRSA-Bakterienstämme gegen mehrere wichtige Antibiotika Resistenzen erworben haben, macht sie so bedrohlich.
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