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Novitas BKK: Gesetzgeber begünstigt BetrugPressemitteilung vom 10.5.2011
Überhöhte Krankenhausrechnungen haben die Novitas BKK im vergangenen Jahr ca. 8 Millionen Euro gekostet. 6,4 Millionen Euro mussten die Krankenhäuser davon bereits zurückzahlen. „Die systematische Prüfung der Krankenhausrechnungen“, erläutert Novitas BKK Vorstand Reiner Geisler, „hat sich definitiv gelohnt. Wir haben rund 16 000 der insgesamt 100 000 Rechnungen geprüft, und 70 Prozent der Prüfungen sind bereits abgeschlossen. Die Hälfte der geprüften Rechnungen erwies sich dabei als falsch; damit liegen wir deutlich über dem Bundesdurchschnitt von einem Drittel.“ 30 Spezialisten führen die wichtige Rechnungsprüfung bei der Novitas BKK durch. Das ist eine heikle Aufgabe, weil der Staat dabei auf der Seite der Krankenhäuser steht. „Jede dieser Rechnungsprüfungen ist riskant“, sagt Reiner Geisler, „denn wenn wir nichts finden, müssen wir Strafe zahlen – pro Prüfung 300 Euro. Für das Jahr 2010 war es bislang eine Million Euro, am Ende sind es wahrscheinlich 1,5 Millionen.“ Diese Regelung aus dem Jahr 2008 soll die Krankenhäuser vor grundlosen Verdächtigungen schützen. Das bringt die Krankenkassen schon allein deshalb in eine schwierige Situation, weil sie zu diesen Rechnungsprüfungen gesetzlich verpflichtet sind. „Vollends widersinnig wird es aber“, so Reiner Geisler, „weil die Krankenhäuser umgekehrt straffrei davonkommen, wenn wir einen Fehler finden. Nur das zuviel kassierte Geld müssen sie dann zurückzahlen, keinen Cent mehr.“ Die Novitas BKK schließt sich deshalb der Forderung des GKV-Spitzenverbandes an, diese Einseitigkeit aufzuheben. „Mit dem geltenden Recht setzt der Staat einen Fehlanreiz“, urteilt Reiner Geisler, „und benachteiligt gründliche und ehrliche Krankenhäuser gegenüber nachlässigen oder gar unehrlichen.“
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