Pressemitteilung vom 8.7.2011
Krebsmedikamente werden immer teurer: Nach einer Auswertung der KKH-Allianz sind die Kosten für Arzneimittel zur Behandlung von Tumorerkrankungen in den vergangenen sechs Jahren um 167 Prozent gestiegen. Im vergangenen Jahr haben die gesetzlichen Krankenkassen rund 3,2 Milliarden Euro für Krebstherapeutika ausgegeben. Sechs Jahre zuvor waren es 1,2 Milliarden Euro. Der Kostenanstieg ist in erster Linie auf die teuren Preise für die Medikamente zurückzuführen, denn mengenmäßig hat die Zahl der Packungen nur um 59 Prozent zugenommen.
Vor allem die sogenannten Fertigarzneimittel haben die Kosten in den vergangenen Jahren in die Höhe getrieben. Obwohl im Jahr 2010 nur noch 29 Prozent dieser Präparate an Versicherte verabreicht wurden (2004 lag der Anteil noch bei 37 Prozent), sind die Bruttopreise je Packung um 182 Prozent gestiegen. Ein solches Krebsmedikament kostete im vergangenen Jahr durchschnittlich 963 Euro. „Am Beispiel der Krebstherapeutika wird die zweifelhafte Praxis der Pharma-Unternehmen deutlich, für lebenswichtige Arzneimittel horrende Preise festzusetzen“, erklärt Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der KKH-Allianz. „Deshalb ist es zwingend notwendig, dass nicht nur die Preise für neu zugelassene Arzneimittel über die angestrebte Kosten-Nutzen-Bewertung reguliert werden, sondern auch die Preise für bestehende teure Medikamente wie die Krebstherapeutika überprüft werden.“