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DAK
Nagelsweg 27 -31
20097 Hamburg Werbung verführt Jugendliche zum RauchenPressemitteilung vom 19.5.2010
DAK-Programm unterstützt bei Entwöhnung Laue Sommerabende steigern die Partylaune. Es wird gelacht, geflirtet, getrunken – und geraucht. Dass so viele Raucherkarrieren bereits in jungen Jahren starten, daran ist auch die Tabakindustrie schuld: Je mehr Zigarettenwerbung Jugendliche sehen, desto stärker ist ihr Bedürfnis zu rauchen. Das ergab eine neue Studie des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel und der DAK. „Ganz bewusst setzt die Tabakindustrie auf Motive, die Jugendliche anspricht“, kritisiert Ralf Kremer, Präventionsexperte der DAK. „Das berühmteste Beispiel ist der ‚Marlboro man’. Er signalisiert Freiheit, Abenteuer und Unabhängigkeit.“ Dabei wird Rauchen bei Jugendlichen besonders schnell zum Gegenteil: Abhängigkeit. Bereits nach vier Wochen gelegentlichen Rauchens leiden sie unter Entzugserscheinungen wie Nervosität, Unruhe und Gereiztheit. Unter Leitung von Privatdozent Reiner Hanewinkel vom IFT-Nord beobachteten die Kieler Wissenschaftler das Verhalten von rund 3.400 Schülern im Alter von 10 bis 17 Jahren. Sie legten ihnen Werbung von sechs Zigarettenmarken und acht anderen Produkten (zum Beispiel Süßigkeiten und Mobilfunk) vor – ohne erkennbare Marke. Die Schüler sollten berichten, wie oft ihnen eine Werbung bereits begegnet ist, und ob sie sich an den Markennamen erinnern. Je besser die Kinder und Jugendlichen Zigarettenwerbung wiedererkannten und sogar die Marke nennen konnten, desto weniger abgeneigt waren sie gegenüber dem Rauchen. So haben in der Gruppe mit hohem Werbekontakt doppelt so viele Schüler schon einmal geraucht wie in der Gruppe mit niedrigem Werbekontakt. Die Anzahl der aktuellen Raucher lag sogar dreimal so hoch. Schüler, die zwar noch nie geraucht, aber schon viel Zigarettenwerbung gesehen hatten, würden bei Gelegenheit eher einmal probieren wollen als Schüler mit geringem Werbekontakt. Die Werbemotive für andere Produkte beeinflussten dagegen nicht das Rauchverhalten. Mehr als jeder siebte Jugendliche von 12 bis 17 Jahren greift regelmäßig zur Zigarette. Mit dem Programm „Just be smokefree“ der DAK und des IFT-Nord haben schon viele junge Menschen dem Glimmstängel erfolgreich abgeschworen. Seit dem Start im Jahr 2002 haben etwa 13.500 Jungen und Mädchen teilgenommen – die Erfolgsquote liegt bei zwölf Prozent. Die Selbsttests zum Rauchverhalten unter www.justbesmokefree.de wurden bereits von rund 115.000 Teilnehmern genutzt.
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