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DAK und Stiftung Männergesundheit starten Kooperation/Geschlechtsspezifische Gesundheitsrisiken im Fokus


Pressemitteilung vom 3.3.2009
Die DAK und die Stiftung Männergesundheit haben eine zukunftsweisende Kooperation vereinbart. Dadurch sollen das Gesundheits- und das Vorsorgebewusstsein der Männer verbessert werden. Darüber hinaus wollen beide Partner die besonderen Risikofaktoren, denen Männer ausgesetzt sind, analysieren und hierüber die Öffentlichkeit informieren. Ausgangspunkt für die Kooperation ist eine Studie der DAK aus 2008, die Vorsorgedefizite bei Männern aufgedeckt hatte und den Männern ein wesentlich riskanteres Gesundheitsverhalten bescheinigt hatte als den Frauen.

„Wir freuen uns, mit der Stiftung Männergesundheit einen Partner an unserer Seite zu haben, der fundierte Erfahrungen und ausgezeichnetes Expertenwissen vereint“, sagte der DAK-Vorstandsvorsitzende Herbert Rebscher. Die Untersuchung zeige, wie notwendig die weitere Auseinandersetzung mit Themen der Männergesundheit sei, so Rebscher. Der wissenschaftliche Vorstand der Stiftung, Lothar Weißbach, erklärte: „Nur allzu oft treiben Männer Raubbau mit ihrer Gesundheit. Das führt zu der verhängnisvollen Kaskade Konkurrenz – Karriere - Kollaps“ Jetzt gehe es darum, in der Öffentlichkeit ein nachhaltiges Bewusstsein für die besonderen Gefährdungen von Männern zu schaffen und das starke Geschlecht für die eigenen Schwächen zu sensibilisieren, so Weißbach.

Gesundheitsrisiko Mann
Im letzten Jahr hat die DAK speziell das Thema Mann und Gesundheit erforscht und namhafte Experten befragt. Ergebnis: Männer waren 2007 mit durchschnittlich elf Tagen pro Jahr trotz starker beruflicher Belastung einen Tag kürzer krank als Frauen. Männer leben jedoch riskanter und sterben rund sechs Jahre früher. Durch ihren Lebenswandel beeinflussen die Männer die Entstehung bestimmter Krankheiten. So sorgten Herz-Kreislauferkrankungen bei Männern für fast doppelt so viele Fehltage (5,8 Prozent) wie bei Frauen (3,3 Prozent). Der Herzinfarkt ist bei 45- bis 49-jährigen Männern die häufigste Todesursache. Die Krankheitstage aufgrund von Herzinfarkt übertreffen die der Frauen um das Fünffache. An Lungenkrebs und alkoholbedingter Leberkrankheit sterben mehr als doppelt so viele Männer wie Frauen, weil Männer mehr rauchen und größere Mengen Alkohol konsumieren. Männer waren 2007 rund fünfmal häufiger wegen Schlafstörungen im Krankenhaus als Frauen. Weiter auffällig ist, dass Männer öfter von Unfällen im Beruf, Straßenverkehr oder Freizeit betroffen sind: Brüche an den Händen verursachten bei ihnen mehr als drei Mal so viele Fehltage am Arbeitsplatz wie bei Frauen. Auch bei den Rückenschmerzen liegen die Männer mit 22 Prozent mehr Fehltagen vorn.

Depressionen: hohe Dunkelziffer bei Männern
Die Fehltage aufgrund von psychischen Erkrankungen stiegen bei Männern 2007 im Vergleich zu 2000 um 18,4 Prozent. Dies ist umso auffälliger, als das gesamte Volumen der Krankheitstage im gleichen Zeitraum um zehn Prozent zurück ging. Wichtigste Einzeldiagnose bei psychischen Erkrankungen ist die Depression. Bei Männern ist nach Ansicht der Experten von einer hohen Dunkelziffer bei dieser Krankheit auszugehen. Depressionen bleiben bei Männern häufiger unerkannt als bei Frauen, so die Experten. Männer neigen eher dazu, ihre depressiven Symptome nicht wahrzunehmen, sie zu bagatellisieren oder gar zu verleugnen. Bei dieser Erkrankung zeigen Männer häufiger andere Symptome wie beispielsweise Aggressionen, erhöhte Risikobereitschaft und Wutausbrüche. Frauen verhalten sich eher passiv und traurig. Ursache sind vermutlich andere Rollenerwartungen an das männliche Geschlecht. Die DAK appelliert besonders die Haus- und Betriebsärzte, sich stärker dem Phänomen „Männerdepression“ zuzuwenden.

Männer meiden Vorsorge
Laut einer repräsentativen Befragung der DAK achten über 50 Prozent der Männer auf ihre Gesundheit und ihre Ernährung. Werden Männer krank, gehen sie zum Arzt. Bei der Vorsorge zeigen sich allerdings deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Nur jeder fünfte Mann nimmt alle zwei Jahre regelmäßig an der Gesundheitsuntersuchung Check-up 35 teil. Diese Vorsorge deckt unter anderem Herz-, Nieren- und die Zuckerkrankheit auf. Dagegen geht jede zweite Frau zum Check-up. Nur jeder vierte Mann nimmt die jährliche Krebsvorsorge wahr. Bei den Frauen sind es zwei von drei. „Männer bringen lieber ihr Auto zum TÜV als sich selbst zur Vorsorge anzumelden“, kommentiert Rebscher diese Zahlen.

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