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DAK
Nagelsweg 27 -31
20097 Hamburg DAK-Schülerthemendienst, Ausgabe IIIPressemitteilung vom 27.5.2010
Komasaufen – Trinken, bis der Arzt kommt Jägermeister, Alkopops und Co: Mindestens fünf Gläser Alkohol auf ex – je schneller, desto besser. So lauten die „Spielregeln“ zum „Binge-Drinking“ ("binge" = engl. „Gelage“) –, bei dem es vor allem um eines geht: Saufen bis zum Umfallen. Gepusht wird diese Entwicklung von Clubbesitzern, die sogenannte „Flatratepartys“ veranstalten. Egal ob Bier oder Schnaps: Hier gibt es gegen einen Pauschalpreis soviel Alkohol, wie man möchte. Doch das Trinken auf ex kann verheerende Folgen haben: Allein im Jahr 2008 wurden in Deutschland rund 26.000 Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt – so viele, wie locker in ein kleines Fußballstadion passen. Das Spiel mit dem Alkohol kann sogar tödlich enden: Nach sage und schreibe 52 Gläsern Tequila starb im März 2007 ein 16-jähriger Schüler aus Berlin. Er hatte 4,8 Promille Alkohol im Blut. Rausch-, Koma- oder Kampftrinken: DAK-Suchtexperte Ralf Kremer kennt die Risikotypen. Testosteronprotzer Schnelles Trinken steigert gerade bei Männern die Aggressivität: Plötzlich reicht schon ein blöder Witz oder ein unpassender Spruch, um das Blut zum Kochen zu bringen – eine Schlägerei oder andere Gewalttaten sind häufig die Folge. Möchtegernhelden Alkohol steigert risikofreudiges Verhalten. Vielen erscheint zum Beispiel die nächtliche Spritztour im Rausch völlig plausibel – sie endet jedoch nicht selten an einem Baum oder zumindest mit dem Führerscheinentzug. Und auch in Sachen Sex nehmen viele die Risiken nicht mehr so ernst: Sind die Hemmungen erst mal gefallen, fällt es schwer, über Verhütung oder AIDS nachzudenken. Ausblender Der Begriff „Komasaufen“ kommt nicht von ungefähr: Zu viel Alkohol ist Gift für unsere Nerven und kann sogar verhindern, dass man die natürlichen Warnsignale des Körpers wie Übelkeit oder Erbrechen noch bewusst wahrnimmt. Wer seine Nerven in kurzer Zeit durch viel Alkohol betäubt, riskiert, an seinem eigenen Erbrochenen zu ersticken – wie der Boyzone-Sänger Stephen Gately im Oktober 2009. Mitläufer Häufig spielt die Gruppendynamik eine entscheidende Rolle bei den Saufgelagen: Viele wollen sich vor den Freunden beweisen, nicht als Langweiler oder Spaßverderber gelten oder aber dem anderen Geschlecht imponieren. Auch Wetten lassen viele trinken bis der Arzt kommt. Trügerische Werbewelt Ein Drink unter karibischen Palmen, eine Gruppe junger Leute, die dem Sonnenuntergang entgegensegelt: In vielen Werbespots wird eine Welt inszeniert, in der Alkohol zu einem lässigen, entspannten Lebensgefühl gehört. Eine Studie der DAK zeigt; Je mehr Alkoholwerbung Jugendliche im Durchschnitt sehen, desto eher greifen sie zur Flasche. In der Gruppe der Befragten, die viele Werbespots für Bier&Co. kennen, gaben neun von zehn Jugendlichen (90 %) an, bereits Alkohol getrunken zu haben. Anders in der Gruppe derer, die die Spots nicht kennen: Hier hat nur jeder Fünfte (20 %) schon einmal Bier, Wein oder Schnaps probiert. Damit die Lichter nicht ausgehen: Ralf Kremer beantwortet Fragen rund ums Trinken Kristin, 17: Vor einiger Zeit war ich so betrunken, dass ich mich am nächsten Tag an nichts mehr erinnern konnte – was passiert eigentlich bei einem Blackout? Kremer: Bei einem alkoholbedingten Blackout hast du so viel getrunken, dass dein Gehirn nicht mehr in der Lage ist, das Erlebte abzuspeichern. Alkohol verzerrt das natürliche Gleichgewicht von Aktivität und Dämpfung im Gehirn zugunsten der Dämpfung. Das Gefährliche daran: Blackouts können zu einem Teufelskreis führen. Die Gedächtnislücken werden mit vermeintlichen positiven Erinnerungen gefüllt und wecken stark positive Erwartungen für künftigen Alkoholkonsum, was zu noch stärkerem Trinken führen kann. Thomas, 16: Macht Alkohol wirklich blöd? Kremer: Alkohol ist ein Nervengift, insbesondere in höherer Konzentration. Pro Rausch zerstört er bis zu 30.000 Nervenzellen in deinem Gehirn und beeinträchtigt außerdem die Kommunikation zwischen den Nervenzellen. Vier bis fünf Jahre ständiger Alkoholkonsum reicht aus, um dein Gedächtnis zu verschlechtern. Moritz, 17: Alk & Sex – das war nicht so erfolgreich zusammen … Kremer: Alkohol betäubt alle Körperfunktionen. Deshalb leiden Männer unter Erektionsproblemen – und auch Frauen fühlen dann nicht mehr viel. Und Mädchen aufgepasst: Wer nach der Einnahme der Anti-Baby-Pille den Rausch mit Erbrechen beendet, der ist für den Rest des Monats vor einer Schwangerschaft nicht mehr geschützt. Denn die Pille wirkt nur, wenn sie regelmäßig ein- und ihr Wirkstoff vom Körper aufgenommen wird. Tina, 16: Nehme ich von Alkohol zu? Kremer: Alkohol hat ziemlich viele Kalorien – fünf Bier haben beispielsweise so viele Kalorien wie eine Tiefkühlpizza. Außerdem macht er Hunger: Nicht umsonst trinken die Franzosen ihren Aperitif, um den Appetit anzuregen. Have fun! Mit 0 Promille! Tipps für die alkoholfreie Party Nicht nur für Autofahrer: Rezepte ohne Alkohol, die deine Freunde begeistern. Eiscremesoda für zwei Drinks: 200 ml Erdbeereis, Saft einer Zitrone, 6 EL Himbeersirup, 1/4 – 1/3 l Mineralwasser. Eis in Würfel schneiden, in Gläser geben. Zitronensaft, Sirup und kaltes Mineralwasser verrühren, auf das Eis gießen und mit einem Trinkhalm sofort servieren. Ananas-Mandel-Shake für zwei Drinks: 70 g Kokosraspel, 3 EL Mandelmus, 200 ml Ananassaft, 100 ml kalte Milch, 100 g gerührter Magermilchjoghurt, 1 EL Ahornsirup. 20 g Kokosraspeln in einer beschichteten Pfanne rösten. Das Mandelmus zusammen mit den restlichen Kokosraspeln mischen und in den Mixer geben. Den Ananassaft, die Milch und den Joghurt dazugießen und alles gut durchmixen. Mit Ahornsirup abschmecken. Weitere Rezepte für Drinks findet ihr auch auf http://www.dak.de/content/dakschueler/cooledrinks.html Adressen, Links, aktuelle Literatur o Alle Infos zum Thema Alkohol und ein Quiz mit vielen Gewinnen findet ihr auf der DAK-Seite „Aktion Glasklar“: www.aktionglasklar.de o Unter dem folgenden Link könnt ihr testen, wie es um euren eigenen Alkoholkonsum bestellt ist: www.bist-du-staerker-als-alkohol.de o Hier gibt’s viele Infos zum Thema Drogen: www.drugcom.de
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