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DAK

Nagelsweg 27 -31
20097 Hamburg

DAK-Schülerthemendienst, Ausgabe II


Pressemitteilung vom 25.1.2010
Mobbing – viel mehr als Hänselei

Wie viele seid ihr in der Klasse? Und dann stellt euch vor: Jeder dritte Schüler wurde in der letzten Zeit mehrfach schikaniert und fertig gemacht. Ganz schön viele, oder? Die DAK hat gemeinsam mit der Universität Lüneburg fast 2000 Schüler befragt und bewiesen: Fertigmachen und Gewalt an Schulen sind keine Einzelfälle.

Mobbing hat mit „normalen“ Hänseleien oder Streitigkeiten in der Klasse nichts zu tun. Das englische Wort Mobbing bedeutet „jemanden anpöbeln, sich auf jemanden stürzen“ – und genau darum geht es auch: Bei Mobbing werden Einzelne von ihren Mitschülern wiederholt gequält. Die Mobber nehmen ihnen zum Beispiel die Schulsachen weg, zerstören persönliche Dinge, verbreiten gemeine Gerüchte, verteilen demütigende Spitznamen und schlagen auch zu. Die Folgen für die Mobbingopfer wiegen schwer. Sie fühlen sich wertlos und als Verlierer. Oft müssen sie allein damit klar kommen: Gemobbte Schüler verbringen nur wenig Zeit mit Freunden. Ständig allein zu sein und Angst vor den Mitschülern zu haben ist für manche so schwer, dass sie auf Dauer krank werden. Sie gehen zum Beispiel jeden Morgen mit Bauchschmerzen in die Schule.

Mobbing – warum?
In der Umfrage hat die DAK die Schüler auch gefragt, warum sie andere gemobbt haben. Das Ergebnis: Wer mobbt, will eigene Schwächen ausgleichen. Indem Mobber schwächere Mitschüler einschüchtern, zeigen sie den anderen in der Gruppe ihre Macht. Oft gelingt ihnen das nur, wenn die anderen zumindest stillschweigend mitmachen. Hella Thomas von der DAK, die die Umfrage in Auftrag gegeben hat, weiß: „Zu Beginn quälen die Mobber eher heimlich. Wenn niemand – Mitschüler, Eltern oder Lehrer – energisch einschreitet, trauen sich die Mobber mehr und mehr, ihre Opfer auch vor aller Augen zu schikanieren.“ Umso wichtiger ist es, sich für die gemobbten Schüler einzusetzen.

Klartext! Fakten übers Mobbing
Geht mich doch nichts an? Denkste! Mobbing ist unberechenbar.

Fakt 1: Mobbing kann jeden treffen
Wer gemobbt wird, ist nicht „selbst dran schuld“! Mal ehrlich: Die falschen Klamotten, zu klein, groß, dick oder dünn, Schüchternheit oder ein fremder Dialekt – deswegen muss man niemanden schikanieren. Beim Mobbing gibt es gar keinen echten Grund. Es ist reine Willkür, wen es trifft.

Fakt 2: Beim Mobbing gibt’s kein Raushalten
An Mobbing sind viele beteiligt: die Quäler, die Mitläufer und auch die, die zuschauen oder sogar wegschauen. Denn wer zu- oder wegguckt, hält sich nicht raus. Im Gegenteil: Er verweigert dem gemobbten Mitschüler seine Hilfe – und die Mobber fühlen sich immer mächtiger.

Fakt 3: Mobbing hört nicht von selbst wieder auf
Einfach nur abwarten, dass Mobbing wieder aufhört, funktioniert nicht: Die Quälereien werden in der Regel immer schlimmer. Es wird erst besser, wenn die gemobbten Schüler etwas unternehmen – zum Beispiel bei Eltern, Lehrern oder Freunden Hilfe suchen.

Fakt 4: Mobbing macht krank
Wer mit Angst vor Schikane in die Schule gehen muss, wird auf Dauer krank. Der Kopf schmerzt, der Bauch und der Rücken tun weh und man schläft nicht mehr richtig. Oft trauen sich gemobbte Schüler nichts mehr zu und leiden unter Depressionen oder Angstattacken. Sie haben keine Lust mehr, Freunde zu treffen und sind viel allein. Manche denken sogar daran, sich umzubringen.
Gemeinsam gegen Schläge und Schikane
Mobbing im Schulalltag vergiftet das Klima an der Schule für alle. Aber jeder Schüler und jede Schulklasse kann gegen Mobbing aktiv werden. Hella Thomas von der DAK rät: „Sprecht offen mit Eltern und Lehrern über Mobbing und überlegt euch gemeinsam Regeln für einen fairen Umgang.“

Das kannst du tun, wenn du …

… selbst gemobbt wirst:
Gemobbt zu werden ist nicht deine Schuld – es hätte auch deinen Sitznachbarn treffen können!
Such dir Verbündete: Sprich unbedingt mit deinen Eltern und mit einem Lehrer, dem du vertraust. Auch deine Freunde können dir zur Seite stehen.
Wenn es dir schlecht geht, kann dir auch ein Psychologe helfen, dass du dich wieder besser und stärker fühlst. Bitte deine Eltern oder einen Lehrer um Hilfe.

… mitbekommst, dass ein Mitschüler gemobbt wird:
Erzähl deinen Eltern oder einem Lehrer, dem du vertraust, was du gesehen hast. Das ist kein Petzen, sondern eine echte Hilfe! Denn so verhinderst du, dass gemobbte Mitschüler heimlich weitergequält werden.
Tu dich mit anderen zusammen, die Mobbing auch nicht hinnehmen wollen, und tretet gemeinsam für den gemobbten Mitschüler ein.

Und so könnt ihr Mobbing in eurer Klasse verhindern:
Legt gemeinsam Regeln für den Umgang miteinander fest.
Ihr könnt Streitschlichter-Teams und Unterstützer-Gruppen einrichten, die gemobbte Mitschüler schützen und ihnen helfen.

Du willst mehr über Mobbing erfahren? Diese Bücher helfen dir dabei: Horst Kasper: Schülermobbing – tun wir was dagegen! (AOL-Verlag);
Elisabeth Zöller u.a.: Unschlagbar. Das Buch, das dich gegen Gewalt stark macht (Fischer Taschenbuch Verlag)

Auch im Internet und bei Mobbing-Hotlines kannst du dir Unterstützung holen (zum Beispiel unter www.schüler-mobbing.de oder bei der kostenlosen Telefonhotline „Nummer gegen Kummer“ des Deutschen Kinderschutzbundes 0800/1110333)

Weitere Infos findet ihr auch auf der Internetseite der DAK www.dak-aha-live.de

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