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DAK goes Campus 9: Richtig versichert im Nebenjob


Pressemitteilung vom 13.10.2011
DAK goes Campus 9: Richtig versichert im Nebenjob
Der Themendienst für Studenten- und Campusmedien
281 Euro Miete, 159 Euro Lebensmittel, 76 Euro öffentliche Verkehrsmittel, … Studentenleben gibt es nicht zum Schnäppchenpreis. Laut einer Studie des Deutschen Studentenwerks und des Bundesbildungsministeriums geben Studierende jeden Monat durchschnittlich 757 Euro allein für die Lebenshaltung aus. Dazu kommen oft noch Studiengebühren und teure Fachbücher. Von Urlaub kann da manch einer nur träumen – auch, weil er in Uni-freien Zeiten schlichtweg arbeiten muss. Etwa ein Viertel ihrer Kosten müssen Studenten aus eigenen Einkünften berappen. Im Schnitt arbeiten sie 13,5 Stunden pro Woche in einem Nebenjob.
Doch wie viel dürfen Studenten arbeiten? Und wie viel verdienen? Welchen Einfluss hat der Nebenjob auf die Krankenversicherung? Nina Osmers von der DAK klärt die wichtigsten Fragen.
Zunächst einmal: Jeder Student ist bis zum Ende des 14. Fachsemesters, längstens bis zum vollendeten 30. Lebensjahr in der Kranken- und Pflegeversicherung pflichtversichert – entweder als Student oder bis zum vollendeten 25. Lebensjahr über die Eltern.
Magische 400-Euro-Grenze
Ein Job mit maximal 400 Euro monatlichem Lohn gilt als Minijob. Davon müssen Studenten keine weiteren Beiträge zur Sozialversicherung bezahlen. Wer aber mehr als 400 Euro im Monat verdient und über die Eltern in der Krankenkasse familienversichert ist, muss sich selbst als Student krankenversichern. Dann werden auch Beiträge für die Rentenversicherung fällig.
Die 20-Stunden-Regel
Arbeiten, was das Zeug hält, und studieren, wann es gerade passt – das geht nicht. Das Studium muss Hauptbeschäftigung bleiben. Das heißt: Man darf nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten, sonst gilt man nicht mehr als Student, sondern als Arbeitnehmer und muss wie diese Sozialversicherungen bezahlen. Eine studentische Krankenversicherung ist dann nicht mehr möglich.
Richtig reinhauen
Viel Zeit, kein Geld? Es ist auch erlaubt, während des Semesters mehr als 20 Stunden in der Woche zu arbeiten, nur nicht mehr als 2 Monate am Stück oder 50 Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahres. Bleibt der Job in diesem Rahmen, sind keine Beiträge zur Sozialversicherung fällig – egal, wie laut die Kasse klingelt. Wer allerdings mehr arbeiten will, muss wie ein „ganz normaler“ Arbeitnehmer in alle Sozialversicherungen einzahlen.
Ausnahme Semesterferien
Urlaub zu teuer und nur eine Hausarbeit zu schreiben: In der vorlesungsfreien Zeit können Studenten auch länger als 2 Monate am Stück und mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten. Sie müssen dann zwar in die Rentenversicherung einzahlen, nicht aber in die anderen Sozialversicherungen.
Eintrittspforte Praktikum
Bereits im Studium lohnt es sich, Fäden in die Arbeitswelt zu spinnen. Ist ein Praktikum in der Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschrieben, besteht für dieses Praktikum keine Sozialversicherungspflicht – egal wie viel man dabei arbeitet und verdient. Alle freiwilligen Praktika während des Studiums sind allerdings „Privatvergnügen“ und je nach Umfang und Verdienst versicherungspflichtig.

Vorsicht, Scheinselbstständigkeit!
Bei Jobs auf selbstständiger oder freiberuflicher Basis ist es ratsam genauer hinzuschauen. „Je nachdem, wie intensiv ein freier Mitarbeiter an einen Auftraggeber gebunden ist, kann es sich um eine Scheinselbstständigkeit handeln“, warnt Nina Osmers von der DAK. Manche Unternehmen engagieren freie Mitarbeiter, um Sozialabgaben zu sparen. Außerdem müssen sie Selbstständige bei Krankheit nicht weiterbezahlen, und es gibt keinen bezahlten Urlaub.
Indizien für eine Scheinselbstständigkeit sind beispielsweise:
- Ein weiterer Job ist nicht erlaubt.
- Freie Mitarbeiter sind genauso wie Angestellte in das Unternehmen eingebunden.
- Arbeitsort und Arbeitszeit sind fest vorgegeben.

Ist weniger mehr oder mehr weniger?
Wie viel Nebenjob jeder Einzelne leisten kann, will oder muss, hängt von vielen Dingen ab. Manche Studiengänge lassen wenig Raum, nebenher zu arbeiten, andere bieten mehr Flexibilität. Eine große Rolle spielen die persönlichen Ansprüche und der finanzielle Hintergrund. Nicht zuletzt ist es auch eine Typfrage: Wie komme ich bei einem regelmäßigen Job mit der dauerhaften Doppelbelastung zurecht? Oder möchte ich lieber in den Semesterferien richtig reinhauen, um im Semester den Kopf fürs Studium freizuhaben? Wer sich mit der Entscheidung über Form und Menge eines Nebenjobs schwertut, sollte seine Möglichkeiten in einer Pro- und Kontra-Liste miteinander vergleichen. Oft wird dabei schnell klar, wohin die Reise gehen kann. Doch Vorsicht: Auch der Tag von Studenten hat nur 24 Stunden und jeder braucht Ruhe- und Erholungsphasen.

Private Krankenversicherung - die Alternative

Falls Ihr Bruttoeinkommen höher als 4.237,50 € im Monat ist oder Sie Selbstständiger, Freiberufler oder Beamter sind können Sie sich privat krankenversichern. mehr...

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