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DAK

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DAK Gesundheitsbarometer / Mit gesunden Mitarbeitern besser durch die Krise kommen


Pressemitteilung vom 24.11.2009
Älter werdende Belegschaften erfordern Gesundheitsmanagement

Knapp ein Drittel der deutschen Arbeitnehmer (31 Prozent) kann Angebote des betrieblichen Gesundheitsmanagements nutzen. Insbesondere große Betriebe kümmern sich um die Gesundheit ihrer Beschäftigten. "Viele Unternehmen haben bereits erkannt, dass sich ein betriebliches Gesundheitsmanagement refinanziert", erläuterte DAK-Vorstandsvorsitzender Herbert Rebscher die Ergebnisse einer aktuellen DAK-Umfrage zum betrieblichen Gesundheitsmanagement, die er auf dem Forum „Gesunde Mitarbeiter – Erfolgsfaktor für Betriebe“ des Deutschen Arbeitgebertags vorstellte. "Investition in Gesundheit heißt Senkung des Krankenstandes und weniger Kosten." Haben Unternehmen kein betriebliches Gesundheitsmanagement, wünschen sich fast drei Viertel der Beschäftigten, Angebote ihres Arbeitgebers rund um das Thema Gesundheit. Unter den 1.020* befragten Arbeitern und Angestellten gaben 92 Prozent an, dass ein betriebliches Gesundheitsmanagement geeignet ist, die Arbeitszufriedenheit zu steigern. 67 Prozent der Befragten würden Kursangebote wahrnehmen, um ihre Gesundheit zu erhalten. Die Mehrzahl der Arbeitnehmer hält neben Kursangeboten andere Faktoren für wichtig, um die Gesundheit zu erhalten: Die Befragten nennen hier eine Verbesserung von Führung und Zusammenarbeit (58 Prozent), eine familienfreundliche Arbeitszeitregelung (56 Prozent) sowie Entscheidungsspielräume und Eigenverantwortung (40 Prozent).

Psychische Erkrankungen nehmen zu
Seit Mitte der 90iger Jahre befindet sich der Krankenstand auf niedrigem Niveau. Insgesamt sind Arbeitnehmer in Deutschland heute deutlich weniger krank geschrieben als noch vor 20 Jahren. So betrug der Krankenstand 2008 bei Arbeitnehmern, die bei der DAK versichert sind, 3,3 Prozent. Diese zunächst erfreuliche Entwicklung wird jedoch beim Blick auf die Details getrübt: Alarmierend ist insbesondere die

Entwicklung der psychischen Erkrankungen. Sie legten 2008 im Vergleich zum Vorjahr nach stetigem Anstieg noch einmal um 7,9 Prozent überproportional stark zu. Zwischen 1998 und 2008 stieg ihr Anteil am Krankenstand um gut 60 Prozent von 6,6 auf 10,6 Prozent. Depressionen und Ängste sind dabei die Hauptdiagnosen, insbesondere in der Lebensmitte. Arbeitsverdichtung, hoher Zeitdruck und die Sorge den Job zu verlieren hinterlassen offenbar deutliche Spuren. Aktuell verschärft die Finanz- und Wirtschaftskrise diese Situation. „Insbesondere chronischer Stress in der modernen Arbeitswelt ist ein ernsthafter Risikofaktor“, betont DAK-Chef Herbert Rebscher. Deutsche Unternehmen stehen nach seiner Ansicht vor einer weiteren Herausforderung: Vor dem Hintergrund der Globalisierung konkurrieren immer älter werdende Belegschaften in Deutschland mit jungen und gut ausgebildeten Belegschaften in Schwellenländern. „Allein vor diesem Hintergrund müssen deutsche Unternehmen sich stärker um die Gesunderhaltung ihrer Mitarbeiter kümmern, als das noch vor Jahren der Fall war,“ so Rebscher. Das betriebliche Gesundheitsmanagement werde eine ähnliche Bedeutung bekommen wie die betriebliche Fortbildung.

Das Thema „Gesundheit“ gerät jedoch gerade in Krisenzeiten schnell ins Visier der Kostenrechner: Ausgaben, die nicht für einen kurzfristigen betriebswirtschaftlichen Nutzen erforderlich sind, werden auf den Prüfstand gestellt. Völlig falsch wie die DAK meint: “Das betriebliche Gesundheitsmanagement sollte besonders in der derzeitigen Krise eine wichtige Aufgabe im Unternehmen bleiben”, sagt Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender der DAK. “Unternehmen mit gesunden und motivierten Mitarbeitern kommen besser durch die Krise und sind wettbewerbsfähiger.”

Gesunde Mitarbeiter sind produktiver
Stress am Arbeitsplatz gehört zur Arbeitswelt dazu. Allerdings gibt es besorgniserregende Entwicklungen. Im Gesundheitsreport 2009 hatte die DAK einen neuen Trend aufgezeigt: Jeder 20. Arbeitnehmer (fünf Prozent) hat als Gesunder schon einmal mit leistungssteigernden Medikamenten nachgeholfen. Betriebe haben jedoch gute Chancen, im Rahmen des

betrieblichen Gesundheitsmanagements Belastungen zu minimieren und damit ihre Mitarbeiter fit und gesund zu halten. Die Förderung psychischer

Gesundheit wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Auch der Gesetzgeber fördert seit Anfang des Jahres 2009 das Gesundheitsmanagement in Betrieben durch Steuervorteile für die Arbeitgeber. Pro Mitarbeiter und Jahr können Betriebe 500 Euro steuerlich geltend machen.

DAK und HanseMerkur starten Gesundheitsoffensive in Betrieben
Mehr Hilfestellung brauchen allerdings kleine Unternehmen: Betriebe mit weniger als 100 Mitarbeitern haben es aufgrund ihrer Rahmenbedingungen deutlich schwerer, ein eigenes Angebot für ihre Mitarbeiter aufzustellen. Die DAK wird gemeinsam mit ihrem privaten Versicherungspartner HanseMerkur im Rahmen eines Gesundheitsverbundes künftig verstärkt mit Angeboten auf Betriebe zugehen. Dabei werden gerade Kleinbetriebe sowie mittelständische Unternehmen mit vielfältigen Angeboten unterstützt. Diese reichen von exklusiven Produkt- und Serviceangeboten über Information und Beratung zur sozialen Sicherung bis zum betrieblichen Gesundheitsmanagement. Unternehmen erhalten Hilfestellungen bei der Analyse des betrieblichen Krankheitsgeschehens, der Durchführung der Maßnahmen und der Erfolgskontrolle.

Das betriebliche Gesundheitsmanagement gewinnt auch vor dem Hintergrund der Verlängerung der Lebensarbeitszeit und dem zunehmend schwerer zu deckenden Fachkräftebedarf an Bedeutung. „Steigt in einem Betrieb die Motivation der Mitarbeiter, wächst gleichzeitig auch die Qualität und Produktivität“, so DAK-Chef Rebscher. Betriebliches Gesundheitsmanagement kann außerdem die Bindung der Mitarbeiter an den Betrieb stärken. „Wenn erfahrene, gut ausgebildete Mitarbeiter gehalten werden können, hilft das Kosten für Mitarbeiterbeschaffung und Ausbildung zu sparen. Das ist gerade in Zeiten wichtig, in denen es immer schwerer wird, Fachkräfte zu bekommen“, so der DAK-Chef. „Gesundheitsmanagement ist für viele Arbeitgeber daher heute ein wichtiger Bestandteil des Personalmarketings.“


* Befragung von 1020 Arbeitern und Angestellten zwischen dem 9. und 18. Oktober 2009 durch das Sozialforschungsinstitut Forsa

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