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Coaching macht Kinder mit Asthma stark / DAK-Studie: Gesundheitsprogramm Schlüssel für Therapieerfolg


Pressemitteilung vom 22.4.2009
Kinder, die selbst zu Experten ihrer Asthma-Erkrankung werden, sind besser auf Anfälle vorbereitet und fördern den Therapieerfolg. Das ist das Ergebnis einer aktuellen DAK-Studie.

Mitentscheidend dafür ist ein gutes Coaching der Eltern und Patienten durch den Arzt in Sachen Inhalationstechniken, Umgang mit Medikamenten und Verhalten bei Asthma-Anfällen. Gut 60 Prozent der gut Informierten fühlen sich einer Notfallsituation gegenüber gewappnet - bei den schlecht Informierten waren es nur knapp 25 Prozent. Auch bei der Vermeidung von Notfällen wirkt Aufklärung: „Wer zum Beispiel aus Unkenntnis auf wichtige Medikamente verzichtet, riskiert die Gesundheit seines Kindes“, sagte DAK-Vorstandschef Herbert Rebscher bei der Vorstellung der Ergebnisse.

Krankenkassen unterstützen das Selbstmanagement bei chronisch Kranken durch Gesundheitsprogramme, so genannte Disease Management Programme (DMP). Die darin betreuten DAK-versicherten Kinder und Jugendlichen sind der Studie zufolge im Vorteil. Sie nehmen doppelt so häufig an Schulungen teil, lassen sich regelmäßiger beim Arzt checken und werden intensiver aufgeklärt und beraten. „Diese Ergebnisse liefern ein deutliches Signal auch an jene Ärzte, die dem DMP bisher skeptisch gegenüber stehen. Das DMP wirkt“, sagte Rebscher. Für die Studie hat das Berliner IGES Institut mehr als 1300 Eltern asthmakranker Kinder und Jugendliche befragt.

Während sich insgesamt seit 2000 die Versorgungssituation für asthmakranke Kinder und Jugendliche nach Auffassung der DAK verbessert hat, bleibe als Wermutstropfen die häufig zu spät gestellte Diagnose und die anhaltend hohe seelische Belastung der Patienten.

DIE ERGEBNISSE IM EINZELNEN

Keine Angst vor Kortison
Wer vom Arzt über Medikamente aufgeklärt wurde, geht selbstverständlicher damit um: Etwa 80 Prozent der Eltern, die gut informiert sind, schätzen den Nutzen von kortisonhaltigen Sprays höher ein als die Risiken – hingegen nur etwa 25 Prozent der schlecht Informierten Eltern.

„Der Großteil meiner Arbeit besteht darin, die Eltern davon zu überzeugen, wie wichtig es für die Therapie ist, dass Kinder sich an die Empfehlungen halten und regelmäßig ihre Medikamente einnehmen“, sagt Dr. Hans-Joachim Mansfeld, Chefarzt der auf Atemwegserkrankungen spezialisierten Allergieklinik in Davos. „Kortison geistert wie ein Schreckgespenst in den Köpfen herum, dabei ist es für die Asthmabehandlung unerlässlich und hier weitgehend frei von Nebenwirkungen“.

Bezogen auf alle Medikamente versuchen knapp 18 Prozent der Eltern aus Angst vor Nebenwirkungen, die Zahl der Medikamente, die ihr Kind einnimmt, möglichst zu beschränken (DMP-Teilnehmer 14,3 Prozent, DMP-Nichtteilnehmer 22,8 Prozent). Etwa die gleiche Anzahl von Befragten gab an, dass manche Medikamente, die das Kind nehmen soll, regelrecht Angst auslösen. Im Jahr 2000 lag der Anteil noch bei 40 Prozent. Mehr als 15 Prozent gaben in der aktuellen Befragung sogar an, Medikamente ganz wegzulassen, selbst wenn der Arzt es anders verordnet hat.

Der Studie zufolge gab es trotz Medikation die häufigsten Beschwerden dort, wo statt Kortison ein Alternativpräparat zur antientzündlichen Dauertherapie verwendet wird: Ungefähr jedes dritte Kind, das ein solches Alternativpräparat und kein inhalatives Corticosteroid verwendete, litt noch unter Beschwerden.

Diagnose oft erst nach Arztwechsel
Bis die Diagnose „Asthma“ gestellt ist, haben Eltern und Kinder häufig diverse Arztpraxen kennengelernt. Rund 18 Prozent der Studienteilnehmer waren bei drei oder mehr Ärzten, bis eine wirksame Behandlung des Asthmas gestartet wurde. Im Jahr 2000 waren es noch mehr als 26 Prozent.

Seelische Betreuung oftmals „mangelhaft“
Für Eltern und Kinder bedeutet die Diagnose „Asthma“ häufig eine starke Belastung für den Alltag. Dies wurde auch durch die Studie deutlich, in der Eltern sich vom Arzt oftmals eine bessere Hilfe bei der seelischen Bewältigung der Krankheit wünschen.

In diesem Punkt fühlten sich Kinder im DMP etwas besser betreut - 53 Prozent vergaben die Noten „Sehr gut“ oder „Gut“, hingegen nur 42 Prozent der Nichtteilnehmer.

DMP fördert Therapietreue
Als Instrument für eine hohe Therapietreue (Compliance) hat sich das DMP beim Thema Asthma bei Kindern bewährt – das zeigt die Studie an zahlreichen Stellen. So findet im DMP eine kontinuierlichere Betreuung durch den Arzt statt. Etwa 48 Prozent waren in den vorangehenden zwölf Monaten vier- bis sechsmal beim Arzt, bei den Nichtteilnehmern beträgt dieser Anteil nur 27 Prozent. Die für das Selbstmanagement wichtigen Patientenschulungen nahmen rund 56 Prozent der Kinder im DMP wahr, aber nur 28 Prozent ohne DMP.

Gemeinsam mit dem Arzt steht die DAK in ihrem Gesundheitsprogramm den betroffenen Kindern und Jugendlichen zur Seite. Während der Arzt die Behandlungsschritte koordiniert und dokumentiert, unterstützt die DAK unter anderem mit Informationen, einem Expertentelefon sowie altersgerechten Patientenschulungen. Auch für den Arzt stehen Experten der DAK im DMP telefonisch zur Seite.

Die Vorteile von DMP sieht auch Dr. Hans-Joachim Mansfeld: „Zur Behandlung und zur Betreuung der Patienten und ihrer Familien haben wir heute viele wirksame Möglichkeiten. Wir sollten sie nutzen, um lebenslange Asthmakarrieren frühzeitig zu unterbinden“.

Mehr Selbstmanagement durch Information
Patienten und Familien arbeiten mit am Erfolg der medizinischen Behandlung, wenn sie gut informiert sind: Sie haben weniger Probleme mit der Inhalationstechnik, treiben regelmäßiger Sport und führen regelmäßiger Peak-flow-Kontrollen durch.

Besonders gut klappt dieses Zusammenspiel zwischen Arzt und Familie innerhalb des DMP: Nach Angaben der Eltern fragen zum Beispiel fast die Hälfte der Ärzte im DMP bei jedem Arztbesuch nach den Ergebnissen der Peak-flow-Messungen. Hingegen prüfen 40 Prozent der Kinder ohne DMP selten oder nie ihre Lungenfunktionswerte – mit DMP ist der Anteil nur halb so groß.

Bessere Versorgung seit 2000
Die Zufriedenheit mit der medizinischen Behandlung hat sich der Studie zufolge im Vergleich zum Jahr 2000 insgesamt verbessert – die Bewertungen „gut“ und „sehr gut“ vergaben aktuell 78 Prozent der Befragten. Vor neun Jahren waren es noch 67 Prozent. DMP-Teilnehmer beurteilen die Behandlung in allen Teilaspekten besser als die DMP-Nichtteilnehmer. So zeigten sich die Eltern von DMP-Teilnehmern zu 87 Prozent mit der Behandlung des Arztes zufrieden – Nichtteilnehmer hingegen nur zu 75 Prozent.

DAK-Experten-Hotline zum Thema Asthma
Vom 5. bis 8. Mai beantworten medizinische Experten der DAK Fragen rund um das Thema Asthma. Täglich in der Zeit von 8 bis 20 Uhr ist die Rufnummer 0180-1000 741 geschaltet (3,9 Ct/Min. aus dem Festnetz der Dt. Telekom; Abweichungen bei Anrufen aus Mobilfunknetzen). Die Hotline steht auch Nicht-DAK-Versicherten offen.

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