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Wie verhüten die Niedersachsen? Risiko PillePressemitteilung vom 30.6.2011
Weit über die Hälfte der jungen Frauen in Niedersachsen und Bremen zwischen 16 und 19 Jahren setzen bei der Verhütung auf die Anti-Baby-Pille. Dies geht aus dem aktuellen Barmer GEK Arzneimittelreport hervor. "In Göttingen und Oldenburg sind es rund 62 Prozent, in Lüneburg 60 Prozent, in der Region Hannover 58 Prozent, in Osnabrück und Braunschweig rund 57 Prozent und in Bremen knapp 56 Prozent", berichtet Landesgeschäftsführerin Dunja Kleis von den regionalen Unterschieden. Die wenigsten Rezepte für die Pille werden den jungen Frauen im Kreis Verden mit 51 Prozent ausgestellt, die meisten mit 71 Prozent im Kreis Peine. Risiko Gefäßverschluss Aber fast die Hälfte der 20 am häufigsten verkauften Antibaby-Pillen ist gesundheitlich bedenklich. "Frauen sind bei der Wahl der Präparate oft nicht gut beraten", warnt Kleis: "Denn bei einigen modernen Produkten haben die Frauen ein doppelt so hohes Risiko, eine Tromboembolie, also einen Gefäßverschluss, zu erleiden wie bei herkömmlichen Präparaten." Trotz des Risikos zählt fast die Hälfte der 20 absatzstärksten Anti-Baby-Pillen des vergangenen Jahres zu den neuen Hormonmischungen. Es sind gerade die neuartigen Pillen, die ein besonders ungünstiges Risiko-Nutzen-Verhältnis haben, so die Studie. Besonders junge Frauen nehmen diese von der Pharmaindustrie stark beworbenen Mittel ein. Höhere Gewinnspannen für Pharmaindustrie Die modernen Präparate mit neuartigen Gestagenen, also Schwangerschaftshormonen, lösen doppelt so oft Gefäßverschlüsse aus wie die herkömmlichen, älteren Antibabypillen mit dem Hormon Levonorgestrel. Während es bei den älteren Präparaten jährlich nur bei 15 bis 20 von 100.000 Frauen zu gefährlichen Thrombosen kommt, gibt es bei den neueren Wirkstoffen 30 bis 40 Fälle solcher Gefäßverschlüsse. Der Bremer Studienleiter des Arzneimittelreports Gerd Glaeske erklärt, die neuen Präparate würden von der Pharmaindustrie gezielt beworben. Grund: Sie unterliegen noch dem Patentschutz und damit sind ihre Gewinnspannen höher. "Tatsache ist, dass dieser Markt nicht zugunsten der Frauen ausfällt", sagt der Forscher. Er rät den Frauen, sich intensiver mit ihrem Arzt über die Wahl der Anti-Baby-Pille zu unterhalten.
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